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IT-Beratung kann die Folgen verunglückter IT-Projekte zu vermeiden helfen.
Das Thema IT-Consulting hat im Mittelstand keinen guten Ruf. „Viele Geschäftsführer kleinerer Betriebe sehen dabei Bilder von gepanzerten Geldtransportern vor Augen, die gerade eben mit dem gesamten Firmenkapital an Bord vom Betriebsgelände fahren."
Daher versuchen viele mittelständische Betriebe immer noch, mit veralteten IT-Strukturen über die Runden zu kommen, bevor sie sich von externen Experten helfen lassen. „IT wird immer noch viel zu häufig als reiner Unterstützer und als Kostenfaktor gesehen", beobachtet auch Matthias Schindler, General Manager Volume & Acquisition Business bei Fujitsu Siemens Computers. „Dabei können neue Geschäftsprozesse heute ohne IT nicht mehr aufgesetzt werden, und die IT ist längst zu einem wichtigen Innovationsfaktor für die Geschäftsprozesse geworden."
IT-Projekte: Note mangelhaft
Wer behauptet, Beratung in Sachen IT sei wohl eher ein Luxus, sollte sich mit der hohen Zahl von gescheiterten IT-Pro-jekten auseinandersetzen. Der Anteil der wirklich gelungenen Projekte liegt nach verschiedenen Analysen etwa für die Softwareeinführung bei rund 15 Prozent. Dass es bei IT-Projekten zu teuren Zeitverzögerungen gegenüber der Planung kommt, ist die Regel, nicht die Ausnahme.
Nach den Erfahrungen von IT-Beratern sind es eine ganze Reihe von Fehlern, die für diese miserable Bilanz verantwortlich sind: mangelndes Engagement des Firmenmanagements, eine fehlende IT-Strategie, mangelhaftes Projektmanagement, unzureichende Einbeziehung der Anwender, keine adäquate Definition der Anforderungen, Durchführungsmängel, zu oberflächliche Marktrecherche und ungünstige Vertragsgestaltung. In all diesen Mängelbereichen können Projekt-erfahrene IT-Berater von Nutzen sein. Können - eine Garantie gibt es freilich nicht, denn Berater kann sich im Grunde jeder nennen, der ein bisschen IT-Erfahrung hat.
Klarerweise besteht Beratungsbedarf immer dann, wenn sich an den Geschäftsprozessen und den sie tragenden IT-Systemen etwas ändert. Das ist nicht unbedingt nur dann der Fall, wenn größere Umbrüche anstehen wie etwa Großaufträge, wodurch vielleicht eine neue Software nötig wird. Vielmehr sollten Firmen auch generell immer wieder grundsätzlich hinterfragen, ob sie noch optimal wirtschaften. Andreas Naunin, Leiter des Geschäftsbereichs Mittelstand bei SAP in Deutschtand, rät, sich vor allem folgende grundsätzliche Fragen vorzulegen: „Bin ich mit meinen Prozessen im Unternehmen zufrieden? Wie steht es um die Zufriedenheit meiner Kunden? Kann ich genau sagen, warum sie zufrieden (oder unzufrieden) sind? Wo will ich in fünf Jahren stehen? Woher soll das Wachstum kommen?" Die Klärung solcher Fragen, zu denen individuell sicher noch weitere kommen, kann Auf-schluss darüber geben, ob größere IT-Projekte in Angriff genommen werden müssen - womöglich mit externer Unterstützung.
Ist Beratung immer von Vorteil?
Nicht immer ist IT-Beratung ein MUSS. Für den Fall einer reinen Softwarelösung wie ERP oder CRM gibt es beispielsweise inzwischen Software-as-a-Service (SaaS)-Modelle, die unter Umständen von eigenen Implementierungsprojekten befreien. Joachim Schreiner, Area Vice President Central Europe bei salesforce. com Deutschland, dazu: „SaaS basiert auf einer einfachen Idee, die gerade kleinen Unternehmen eine Menge Arbeit abnimmt. Dementsprechend verringert sich auch der Beratungsaufwand im Vorfeld. Bei IT-Projekten mit webbasierter Software steht ganz sicher kein Bus voller Berater vor der Tür."
Und wer ein gut aufgestelltes IT-Team beschäftigt, klare Zielsetzungen hat und ein überschaubares Projektvolumen anstrebt, kann manchmal durchaus auch in Eigenregie seine IT den Anforderungen anpassen. Aber bei der Beurteilung der eigenen Fähigkeiten beginnen bereits die Probleme: Wie betriebsblind sind die Betei[igten? Setzen sie nicht doch lieber die rosarote Brille auf anstatt die eigene Leistungsfähigkeit objektiv zu beurteilen?
Franz Ehl, Geschäftsführer bei der Otto Lehrnann GmbH in Neutraubling, einem mittelständischen Spezialisten für die Herstellung von Bedachungsartikeln aus Stahl und Nichteisenmetallen, geht diesbezüglich keine Risiken ein und holt sich bei allen größeren Software-Projekten Rat von einem unabhängigen Berater: „Zwar haben wir ein sehr kompetentes IT-Team im Haus, aber die Ist-Analyse für die Planung von Software-Projekten geben wir regelmäßig in die Hände eines unabhängigen Beraters. Externe Fachleute gehen ohne Scheuklappen an die Sache heran. Sie stellen Vorhandenes durchaus in Frage. Wenn wir gefragt werden: ,Warum macht ihr das so und nicht anders?', sind wir gezwungen, unsere Prozesse genau zu erklären. So lassen sich Verbesserungsoptionen entwickeln."
Insbesondere dann, wenn es sich um Projekte mit strategischer Bedeutung handelt, sollte sich die Geschäftsführung ernsthaft überlegen, ob externe Beratung nicht doch hilfreich wäre. Ist-Analysen sind keineswegs so teuer wie das Wort Consulting suggeriert. Und allein die Entscheidung bezüglich der Leistungsklasse der implementierten IT kann schon über Haben oder Nichthaben von hohen Eurobeträgen entscheiden, wie Jörg Schmidt, Business Development Manager SMB Germany/ Austria bei Dell, feststellt: „Generell ist es heute so, dass sich viele Unternehmen für überdimensionierte IT-Lösungen entscheiden. Hier muss der Berater ansetzen und maßgeschneiderte Systeme anbieten, die die Kundenanforderungen exakt abdecken."
Quelle:www.b4b-mainfranken.de
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